LEISTUNGEN DES INTERNATIONAL VOICE CENTER

Bei uns dreht sich alles um Ihre Stimme. Von der Beratung über die Schulung bis hin zu Operationen,
bei uns findet alles unter einem Dach statt.

Musikermedizin

In Zusammenarbeit mit dem Neurologen und Hornisten Dr. Alois Mair bietet das Stimmzentrum eine vorsorgemedizinischen Beratung für Instrumentalisten wie Bläser, aber auch Streicher und Pianisten an.

Counseling (Erklären und Beraten)

Bei allen Patienten wird ein eingehende Anamnese der Beschwerden durchgeführt und die subjektive Betroffenheit der Stimmstörung mittels spezieller Stimmleidens- Fragebögen (VHI, RSI, Singing VHI) erhoben. Diese werden in einem Anamnesegespräch gemeinsam mit dem Patienten ausgewertet und alle Ergebnisse der weiteren Untersuchungen in einem Abschlussgespräch zu einem individuellen Therapieplan zusammengefasst.

Endoskopie und Videostroboskopie

Einen wichtigen Stellenwert in der Stimm-Medizin hat die Beurteilung der Schleimhautbeschaffenheit sowie der Beweglichkeit und Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen.

Dazu sind lichthelle starre und flexible Endoskope notwendig, womit dank einer speziellen Lichtpulstechnik (Stroboskopie) die Schleimhautbeschaffenheit, der Schwingungszustand und das Bewegungsverhalten der Stimmlippen untersucht werden können. Je nach vorliegendem Ergebnis kann eine Indikation zur konservativen Stimm-Übungstherapie, zu erforderlicher Medikamentation oder zu einer phonochirurgischen Intervention gestellt werden.

Oropharyngeale pH-Metrie mit Lifestyle- und Diätberatung

Im Gegensatz zur 2-Punkt-pH-Metrie der Gastroenterologen kann in der oropharyngealen pH-Metrie mit einem feinen Sondensysten der Säure-Gas-Nebel in Rachen und Kehlkopf gemessen und mittels eines Senders in einem kleinen Computer analysiert werden. Diese Messung wird 24 oder 48 Stunden lang durchgeführt, wobei in einem Essprotokoll alle konsumierten Speisen und Getränke genau aufgezeichnet werden. In Zusammenschau mit den Messergebnissen kann ein individueller Therapie– und Diätplan für den Patienten erstellt werden.

Funktionsendoskopie der Speiseröhre

Mit Hilfe eines dünnen flexiblen Endoskops kann die Speiseröhre auf Schleimhautdefekte und Entzündungen sowie auf die Rolle des Schließmuskels (Hiatus) und die Beschaffenheit der sensiblen Übergangszone zwischen Speiseröhren- und Magenschleimhaut (Barrett-Zone) untersucht werden. Die Untersuchung wird nach Lokalbetäubung der Nasenschleimhaut über die Nase durchgeführt. Im Sitzen kann dann – mit Hilfe eines Schlucks Wasser – das flexible Endoskop problemlos in die Speiseröhre eingeführt werden. Zusammen mit dem Ergebnis der oropharyngealen pH-Metrie wird so dem Patienten eine profunde Refluxmedizin angeboten.

Ambulante phonochirurgische Angebote / OP-Indikationen

Indirekt phonochirurgische Eingriffe in Lokaltherapie

Unsere Stimmärzte verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung mit phonochirurgischen Eingriffen, daher bildet in unserem Stimmzentrum die Durchführung von Eingriffen an den Stimmlippen in lokaler Betäubung einen Schwerpunkt in unserem Leistungsangebot. Ob indirekt phonochirurgische Eingriffe nach der Seidner-Wendler-Technik, Modellierung der Stimmlippen mit Implantaten oder Injektionen von Medikamenten – alle heutzutage möglichen Eingriffe werden bei uns angeboten und auch in großer Zahl durchgeführt, etwa bei: Polypen, Pseudozysten, Ödemen, Knötchen, histologischen Kontrollen (PE) oder Injektionen von Medikamenten

Im folgenden einige Beispiele von Operationen, die in der Stimmklinik Salzburg durchgeführt wurden.

Stimmlippenknötchen

Beidseitige Stimmlippenknötchen einer Chorsängerin (vor OP, nach OP)

Stimmlippenzysten

Stimmlippenpolyp

Hörbeispiel einer erfolgreichen Operation

Stimme des Patienten vor der Operation

Stimme des Patienten nach der Operation

Stimmlippenpolyp links eines Chorsängers (vor OP, nach OP)

Stimmfeldmessung Chorsänger:
vor OP (kleines schwarzes Feld) und nach OP (großes blaues Feld)

Unterfütterung der Stimmlippen (sog. Augmentation) bei

  • Stimmlippenlähmungen
  • erworbener oder angeborener Atrophie der Stimmlippen (postentzündlich, Sulcus Vocalis)
  • mangelndem Stimmlippenschluss der Altersstimme

Plastische Rekonstruktionen der Stimmlippen mit Gewebe-Fillern (wie beispielsweise Hyaluronsäure, Calcium-Hydroxylapatit, Kollagen und anderen biokompatiblen Implantaten) haben die stimmlichen Fähigkeiten schon vieler Patienten signifikant verbessert. Gerade bei einseitiger Lähmung (sog. Rekurrensparese) kann mit einer Unterfütterung und damit Verlagerung der nicht mehr beweglichen Stimmlippe zur Mitte hin eine oftmals erstaunliche stimmliche Verbesserung erzielt werden. Unterfütterungen führen wir ambulant in lokaler Betäubung unter Zuhilfenahme der Videoendoskopie ebenso durch wie unter Vollnarkose (in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen, Salzburg). In der Regel können die Patienten schon nach zwei Stunden wieder nach Hause gehen und am Folgetag mit der „neuen“ Stimme sprechen.

Unterfütterung der Stimmlippen (sog. Augmentation – vor OP und nach OP)

Stimmlippenatrophie

BOTULINUMTOXIN-INJEKTION bei Spasmodischer Dysphonie

Botulinumtoxin ist ein Medikament, das in den Muskel gespritzt wird und dort zu einer Entkrampfung führt. Bei manchen Erkrankungen werden im Stimmgebrauch die Kehlkopfmuskeln übermäßig und unkontrollierbar stark aktiviert. In unserem Zentrum werden bei diesen Eingriffen unter videoendoskopischer Kontrolle in Lokaltherapie mit einer feinen Nadel kleinste Mengen des Botulinumtoxins über den Mund in den entsprechenden Muskel appliziert. Dies kann auch unter EMG-Kontrolle (in Zusammenarbeit mit unserem Neurologen Dr. Alois Mair) durchgeführt werden. Der Eingriff dauert wenige Minuten und hilft vielen Patienten, mit entkrampfter Stimme sprechen zu können und dadurch wieder kommunikationsfähig zu werden.

Direkt phonochirurgische Eingriffe unter Narkose (in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen, Salzburg)

Alle organischen Kehlkopfveränderungen können auf Wunsch des Patienten auch in Narkose durchgeführt werden, besonders bei Indikationen, die eine laserchirurgische Abtragung erfordern (z.B Papillome oder maligne Stimmlippenveränderungen)

Konservative Therapieverfahren

Die Stimmärzte des IVCA arbeiten eng mit dem Logopäden-Netzwerk des Austrian Voice Institute zusammen, weil die logopädische Kompetenz in der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Stimmstörungen unverzichtbar ist.

Atemtherapie

Die Atmung ist ein essenzieller Bestandteil der Stimmgebung. Der oftmals stressige berufliche und private Alltag unserer Stimmpatienten führt häufig zu einer Störung des Atemmusters, woraus eine gestörte Sprech- und Stimmatmung resultiert. Durch Atemtherapie kann mit einfachen Techniken eine verbesserte Stimmgebung erreicht werden dank weitgehender Optimierung der Koordination von Atmung mit Haltung und Resonanz. Unsere Stimmärzte und Therapeuten verwenden hierfür verschiedene therapeutische Ansätze wie z.B. die Akzentmethode von Svend Smith und Kirsten Thyme-Frøkjær, das Lax-Vox-Therapie-Programm nach Marketta Sihvo und Ilter Denizioglu u.a.

Manuelle Medizin nach Rudolf Lackner

Die jahrelange Kooperation mit dem Manualmediziner Prof. Dr. Rudolf Lackner (Graz) hat sich als eines der erfolgreichsten multidisziplinären Behandlungsangebote auf dem Gebiet der Stimmheilkunde erwiesen. Mit diesen jahrzehntelang erfolgreich eingesetzten, überaus wirksamen manualmedizischen Techniken gelingt es bei vielen Krankheitsbildern, die muskulären Komponenten von Kehlkopf und äußerem Hals wieder in Balance zu bringen und Störungsbilder effektiv zu behandeln. Diese Störungsbilder wie z.B. Globus- (sog. ‚Frosch-im-Hals‘) und Fremdkörpergefühl sind mit Techniken von Rudolf Lackner gut behandelbar. Diese Techniken werden von unseren Stimmärzten und Therapeuten auch in Fällen von unstillbarem Husten und akuten Stimmstörungen sowie als Begleitmaßnahmen bei der Krisenintervention für Sängerinnen und Sänger eingesetzt.

Stimmcoaching und Gesangspädagogik

Alle stimmberuflich Tätigen benötigen eine solide Stimmtechnik, die man sich durch jahrelanges Üben und Lernen aneignen muss. Es gibt jedoch viele stimmbegabte Menschen, die mit geringer oder gar ohne entsprechende Ausbildung einen semiprofessionellen Stimmberuf ergreifen, wie z.B. Alleinunterhalter, Bandsänger*innen, Singer-Songwriter oder auch Moderator*innen und in Verkaufsberufen Tätige. Hier kommt es oft zu stimmlichen Krisensituationen, die für die Betroffenen existenziell bedrohlich werden können. Nach umfangreicher stimmärztlicher Abklärung und daraus folgender Therapieempfehlung werden diese Patienten von den Logopäden, Stimmcoaches und Gesangspädagogen aus dem Netzwerk des IVCA stimmlich wieder aufgebaut.

Refluxtherapie / Diät-und Lifestyleberatung

Die in unseren Breiten übliche „Zivilisationskost“ erzeugt im Säure-Basen-Haushalt des Körpers ein gesundheitsschädliches Ungleichgewicht. Unsere Ernährungsweise macht uns krank; dies zeigt sich in verschiedenen gastroenterologische Problemen und vor allem in stark belastenden Symptomen im HNO-Bereich wie: entzündeter oder schmerzender Hals, bitterer Geschmack im Mund, schlechter Atem, Fremdkörpergefühl im Hals (Globusgefühl), Post-Nasal-Drip (Sekretgefühl im Rachen), Stimmklangveränderungen (Heiserkeit), Singstimm-Störungen, Schluckbeschwerden, Räusper- und Hustenzwang, Atembeschwerden, laute Atemgeräusche, Erstickungsattacken, Zungenbrennen u.a.
Diese Ausführungen wollen zur Aufklärung beitragen. So ist etwa der Stille Reflux nicht dasselbe wie die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD), obwohl der Säurereflux Ursprung beider Zustände ist. Der „Silent Reflux“ wird als „Niederschwellige Säurekrankheit“ bezeichnet, die jedoch mittels Gastroskopie und der üblichen 2-Punkt-24-Stunden-pH-Metrie nicht nachgewiesen werden kann, weil es ein gasförmiger Reflux mit einem pH-Wert von 4 – 6,4 ist. Wir verwenden dafür die oropharyngeale Säuremessung (Restech-System), wobei die Mess-Sonde nur im Rachen liegt und gut toleriert wird. Die Auswertung dieser pH-Messung ermöglicht individuelle Therapieplanung und Diätberatung, zugleich kann mittels einer Speiseröhrenendoskopie der Zustand der Speiseröhre sowie der empfindliche Bereich des Hiatus (Übergang Speiseröhre – Magen) gut abgeklärt werden.

Logopädische Therapie

Im Stimmzentrum arbeiten Stimmärzte und Logopäd*innen in der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Stimmstörungen in einem Kooperationsnetzwerk eng zusammen. Diese Kooperation ist unverzichtbar. Die Vielfalt von Therapiemethoden – es sind weltweit mehr als 50 verschiedene Therapiemodelle bekannt – ermöglicht es uns, die bewährtesten Anteile aus allen Methoden zu selektieren und zum Wohle des Patienten individuell einzusetzen. Die Verzahnung von Diagnostik und Therapie sowie die Möglichkeit der interdisziplinären kooperativen Abstimmung mit anderen Fachleuten innerhalb des Austrian Voice Center erweist sich als Garant für das bestmögliche Behandlungsangebot für unsere Patienten. Die Behandlungskosten werden teilweise von den Krankenkassen zurückerstattet.